Samstag, 9. Juni 2012

Ja ich war krank und ja ich habe es ein wenig übertrieben mit allem. Allein das ich das hier manifestiere, sodass es jederzeit gegen mich verwendet werden kann ist eine Zumutung. Ich erwarte von diesem Buch keine Vergebung, keine Reinigung, keine Inspiration, vielleicht nur Klarheit.
Das ich meine Zähne in diese miserable Lage gebracht habe, verdanke ich niemandem sonst, außer mir.
Ich musste also den Gang nach Canossa antreten und mich meinen teuflischen Schmerzen letzten Endes beim Zahnarzt stellen, der mich in den letzten Wochen mit Schmerzen und Therapiemöglichkeiten nicht gerade verschont hat. Was verlange ich auch von einem Quacksalber in der tiefsten slowakischen Einöde.
Doch wenn ich mir die alten Herrschaften hier anschaue, so wundert es mich nicht, das sie die Sturheit und Verbissenheit zu harten, verschrumpelten aber standhaften Kartoffeln gemacht hat, die selbst im Alter von 90 Jahren den härtesten Winter überleben.
Die Zähne sind also gefallen und die Briefe endlich geöffnet.
Und siehe: Der Großteil ist von Braňo.
Er schreibt es gehe ihm gut, doch die Arbeit raube ihm Zeit und er schaffe es nicht zu kommen. Er äußert sich vor allem zu seinem Verlangen, häufiger mit mir in Kontakt zu bleiben um zu erfahren, wie ich meinen Lebtag begehe.
In den weiteren Briefen fragt er lediglich nach, ob ich seine Briefe erhalte, ob alles in Ordnung sei, oder ob ich aus einem Grund Groll gegen ihn hege.
Die restlichen Briefe sind von Gabor. Sie sind relativ neu. Er lädt mich zum "spielen" ein. Der Brief enthielt eine Zeile aus meinem Tagebuch.
Ich lag also richtig. Natürlich werde ich seine Einladung annehmen. Wer weiß, was wir spielen werden...
Ich bin gespannt.


Die Tage sind nun endlich länger. Es zieht mich nach draußen. Das macht den Schmerz im Mund etwas erträglicher.